Nr. 170

Juhnke is watching me, und ich beobachte zurück

»Gefrierbrand« Teil 1

Daß mit mir einiges nicht stimmte, war mir nicht verborgen geblieben, die Warnzeichen blinkten ja unübersehbar heftig. Trotzdem schob ich alles aufs Älterwerden. Ignorierte, was drinnen rumorte und wandte mich lieber der Welt draußen zu. Fräste mich durchs Internet oder schaute aus dem Fenster.

Es war Winter, es regnete in einem fort, und in China hatten sie einen Tag zuvor begonnen, ganze Regionen militärisch abzuriegeln. Irgendeine mysteriöse Krankheit ließ die Leute reihenweise abkratzen, weshalb ich aufhorchte. Klar, das Ganze war weit weg, und die Regierung erklärte, es bestände keine Gefahr für die Bevölkerung. Ein Satzbaustein, der meiner Phantasie Feuer unterm Arsch machte.

Noch lachten meine Nachbarn, wenn ich Hamsterkäufe und Ausgangssperren heraufbeschwor, eine Welt ohne Karneval, Urlaub, Fußball-Bundesliga und Weihnachten. Sie würden bald nicht mehr lachen, sondern sich hinter verrammelten Türen einscheißen, hundertpro. Niemand würde mich mehr Spinner nennen, so wie früher, wenn ich mal wieder Armageddon heraufbeschworen hatte und zum Schluß doch nur eine Luftnummer dabei herauskam.

Zunächst zog sich die Sache jedoch in die Länge, die Decke fiel mir auf den Kopf. Die Dinge entwickelten sich nicht wie in Katastrophenthrillern, in denen Seuchen die ganze Menschheit dahinrafften - und zwar rucki-zucki, nicht in Zeitlupe! Leser und Kinobesucher wollten ja nicht ewig aufs Massensterben warten.

Mir kam die Idee, die Wartezeit zu nutzen und mich von der Welt, die ich kannte, zu verabschieden. Die Lage in der Stadt checken, das Panik-Level der Ahnungslosen messen und unauffällig im Vorbeigehen »FEUER!« rufen, das hörte sich nach spannender Unterhaltung an. Ein paar Kontakte zu echten Menschen konnten eh nicht schaden, bald würde es damit vorbei sein.

 

Los ging’s mit einer Tour von KAUFLAND über den Bahnhofskiosk zu MEDIA MARKT, abgeschlossen von einem Bummel durch die Fußgängerzone. Aber überall alles wie immer, der gleiche Stumpfsinn und die gleiche Langeweile wie an anderen Tagen auch. Menschenmassen strömten an mir vorbei, Bettler hielten mir ihren Plastikbecher entgegen und Busse und Bahnen spuckten transportiertes Arbeitsvolk aus und verschlangen neues.

Ihr Langweiler, dachte ich. Die braven Bürger waren nicht zu erschüttern in ihrer Überzeugung, daß die Welt ohne nennenswerte Änderungen ihre Bahn um die Sonne abfährt und im Grunde ewig alles bleibt, wie’s ist. Hauptsache, es ist genug Bier da.

Was hatte ich denn erwartet? Na ja - daß sie sich schreiend, plündernd und marodierend durch die Geschäfte wälzten, ist doch klar!

Ich spielte mit dem Gedanken, mich auf eine Bank zu stellen und eine zünftige Brandrede zu halten. Aber das konnte ich mir schenken, man hätte mich ausgelacht. Jaja, »Das Ende ist nah!«, diese Nummer kannten sie schon von anderen.

Aber wenigstens meine alten Punk-Freunde mußten doch längst ahnen, daß die Stunde geschlagen hatte, oder? Schließlich waren Weltuntergang und Apokalypse jahrelang unser täglich Brot gewesen, und ich ging fest davon aus, daß sie sich längst in einer gewissen Vorfreude suhlten.

Also zurück nach Hause, drei Pfannkuchen mit Apfelmus zur Stärkung und am späten Abend wieder raus ins Nachtleben, um dieser Frage nachzugehen und vielleicht irgendwo in Hamburg eine zünftige Weltuntergangsparty aufzuspüren.

Trotz aller Neugier nahm ich mir vor, früh im Bett zu sein und die Kirche im Dorf zu lassen. Ich wußte ja aus früheren Erlebnissen, wie so ein zunächst unverfänglicher Abend enden konnte. Womit meine Gedanken fast wieder in den Untiefen versanken, die ich zu ignorieren suchte.

Ich fand keine Party, die meinen Vorstellungen entsprach. Stattdessen stand ich gegen Elf in St. Pauli bei einem Punkkonzert orientierungslos in der Menge und langweilte mich. Um die 200 Leute, fast alle hab so alt wie ich oder jünger, und niemand da, den ich kannte und mit dem ich geschmacklose Seuchenwitze austauschen konnte. Auch von der Bühne keine mit Tod und Verderben gewürzten Ansprachen, sondern wie gewöhnlich nur eine Band. Die nichts in mir rührte, wenn man von dem Soundbrei absah, mit dem sie mich quälte. Aber ich hielt durch. Wartete darauf, daß etwas geschah.

Na gut, die Leute amüsierten sich, einige sprangen zur Musik im Sechseck, alles wie immer. Vielleicht hatten sie einfach nicht mitbekommen, was sich in China abspielte.

Bis es mir reichte. Ich nahm allen Mut zusammen, atmete tief ein.

»Ihr werdet bald alle tot sein!«, schrie ich.

Niemand drehte sich um, es lachte auch keiner. Der Lärm war stärker als alles, was ich aufzubieten hatte.

Gut, ich hatte eh übertrieben, natürlich würden nicht alle sterben. Die Chinesen hielten mit Informationen ziemlich hinterm Berg, aber es schien klar zu sein, daß es in erster Linie die Alten und Kranken erwischte. Das Publikum war wohl kaum zu dieser Gruppe zu zählen, genauso wenig wie ich. Kein Grund zur Sorge also, oder? Wenn man davon absah, daß auch Jüngere künstlich beatmet wurden oder bereits ihren letzten Furz gelassen hatten - darunter Ärzte und anderes Klinikpersonal! Gefahr, Gefahr, ihr Arschlöcher - habt gefälligst ANGST!

Nach einer gefühlten ratlosen Ewigkeit bemerkte ich, daß sich ein Konzertbesucher Stück für Stück durch die Massen an mich heranrobbte. Ganz unauffällig, wie er wohl annahm. Bis er keinen halben Meter von mir entfernt zum Stehen kam, um dort weiter an seinem Bier zu lutschen.

Während auf der Bühne die Band weiter herumzappelte und dazu wiederholt »Was macht dich an, du kranke Sau, was macht dich an?« krakeelte, machte ich mich locker und erwartete … irgendwas. Vielleicht einen Angriff, erst mal eins auf die Fresse? Man weiß ja nie, womit sich manche Leute ihre Sporen verdienen wollen. Der hier schien Mitte zwanzig, war einen halben Kopf größer als ich und trug sein Haar kurz und schwarz gefärbt, sogar den kurzgeschnittenen Bart. Dazu schwarzes Shirt, schwarze Hose und Schuhe und eine schwarze Jeansjacke, wie phantasievoll. Darauf eine Handvoll Badges mit Bands, die er auf keinen Fall jemals gesehen haben konnte.

Dann, zwischen zwei Songs, beugte sich der Schwarzkittel lässig zu mir rüber.

»Hör mal, wir kennen uns nicht, aber …«, begann er, dann brach auch schon der nächste Song los. Worauf mir Schwarzbart endgültig auf die Pelle rückte. Er formte mit seinen Händen einen Trichter. Brüllte mir ins Ohr. Brüllte mir wieder ins Ohr. Und nochmal. Ich begann ihn zu hassen!

Und obwohl ich ihn nicht verstehen wollte, verstand ich einige Brocken: »… alle Achtung … jemand wie du … bei 'nem Punk-Konzert … frisch für dein Alter … rein in den Pogo …« Alles Themen, die mich brennend interessierten.

In einem fort malträtierte er mein Trommelfell, dessen schmerzerfüllte Hilferufe mein Gesicht mehr und mehr zu einer Grimasse verzerrten. Ein Stock bohrte sich immer tiefer in meinen Arsch. Ich verkrampfte mich und gab mit ein paar fragenden Gesten vor, kein Wort zu verstehen, worauf der Idiot noch lauter schrie. Ich erinnerte mich meiner guten Vorsätze und verkniff mir bis auf gelegentliches Nicken jeden Kommentar, schaute mich nur hilfesuchend um. Wie kam ich da raus?

»Ich hab' Corona, ich muß mal kurz weg«, bölkte ich ihm ebenfalls per Trichter in den Kopf und flüchtete Richtung Klo, sah noch, wie Schwarzbart mir verständnislos nachglotzte. Der Depp hielt das wohl für ein Altersleiden, bei dem er nicht mitreden konnte.

Auf der Toilette - oder besser Pissoir - drang von Musik und Geschrei nur wenig durch. Ich wollte die Stille genießen, gemütlich einen abschiffen, durchatmen, mich wieder entspannen und erst dann wieder dem Weltuntergang widmen. Schöner Plan, durchkreuzt vom nächsten Spinner, noch jünger als der erste. Der Bubi postierte sich neben mich und begann zunächst wie ich schweigend zu pissen. Ich bemerkte, wie er mir abwechselnd ins Gesicht und auf den Schwanz glotzte.

Bis es aus ihm herausplatzte: »Du bist doch bestimmt schon sechzig! Oder?«

Ich sagte nichts, nickte nur freundlich. Sicher ein Fehler.

Nachdem er abgeschüttelt hatte, wollte er mir die Hand schütteln, aber ich tat so, als bräuchte ich noch einen halben Liter länger, lächelte debil und schwieg weiterhin eisern, so daß sich der Störenfried schließlich verdrückte. Alles unter Kontrolle.

Wenn man davon absah, daß ich keine 60, sondern erst 59 Jahre alt war. Eigentlich schon ziemlich alt. Ein potentielles Seuchenopfer? Nein, denn ich war ja nicht krank, sondern topfit. Das redete ich mir jedenfalls ein.

 

Ich verließ das Pissoir, und eine ganze Weile hatte ich meine Ruhe. Der Abend schien wie geplant ein gutes Ende zu nehmen, ja, bis schließlich der Hauptact eine letzte Zugabe gespielt hatte. Der Lärmpegel sank schlagartig.

Als wär’s mein Karma, stand Nummer Eins wieder auf der Matte. Der Schwarzkittel erwies sich als Schwatzkittel, und bald wußte ich von ihm, daß er Micha hieß, Faschos haßte und gerne Punkrocker in den frühen 80ern gewesen wäre. Zu meiner Zeit, jaja.

Als Höhepunkt seines Vortrags brüllte er mir die Frage aller Fragen ins Ohr, sie mußte irgendwann kommen: »Eines wüßte ich echt gerne - wo zum Teufel nimmst du in deinem Alter die Energie her? Warum kackst du nicht zuhause ab, so wie die anderen?«

Wovon spricht der Kerl?, fragte ich mich. War es eine heilige Verpflichtung, millimeterweise in der eigenen Bude den Scheintod zu sterben, wenn man über fünfzig war? Im Gegenteil - ich würde ihn überleben, weil ich meine Hamsterkäufe bereits hinter mich gebracht und kistenweise Lebensmittel gebunkert hatte. Während er sich in einigen Wochen inmitten der infizierten Massen um Klopapier und Nudeln prügeln würde.

Was also wollte er von mir? Ich stand doch nur rum, trank meine Limo, bewegte meinen Arsch keinen Millimeter, wie jeder andere alte Sack auch. Was sollte dieses Gelaber von »Energie«? Ich wollte kein Berufsjugendlicher sein, bitte nicht! Nur ein Überlebender.

Zu gerne hätte ich dem Schwätzer was aufs Maul gegeben, damit er es hielt. Was ich wohlweislich unterließ, meine Klavierspielerhände taugen nicht zum Schlagen. Ich hätte ich mir bloß die Finger gebrochen. Stattdessen bemerkte ich, wie sich langsam ein flaues, zittriges Gefühl vom Magen über meinen ganzen Körper ausbreitete. Ein mir wohlbekanntes Gefühl. Genau so mußte es Marty McFly ergangen sein, als Biff ihm »Du feige Sau« hinterherrief.

Es gibt kein Halten mehr, ich kann nicht anders. Muß jeden Zweifel beseitigen, daß ich es im Gegensatz zu dieser armen Wurst, zu allen armen Würsten, draufhabe, Energie hin oder her. Alles andere würde nach Selbstmitleid riechen, und das will keiner hören. Ich mutiere zum Hulk für Arme, ohne Mega-Muskeln, dafür mit Riesenschädel, kann den Deckel nicht länger auf dem Topf halten, in dem ein übles Gemisch brodelt.

Zuerst texte ich Nervensägen-Micha pausenlos zu, bis er sich unter einem Vorwand vom Acker macht. Dann nehme ich mir einen Konzertbesucher nach dem anderen vor. Ich rede und referiere in Bandwurmsätzen, bin prinzipiell anderer Meinung als jeder der Schwachmaten, die halb- oder vollbesoffen über Parkett taumeln, kreische ein paar Liedchen, von der SA über Alice Cooper bis Elvis Presley, steige auf den Tisch, um Volksreden zu halten, aus der Hüfte geschossen, über irgendein dahingerotztes Thema, ohne jeden Plan. Drauf geschissen! Um mich herum ein Brüllen und Johlen, ich brülle und johle lauter, starre auf wildfremde Frauen und Titten und Ärsche, junge, straffe Haut, will alle lecken und ficken, die Hose runterlassen und irgendwem ins Gesicht onanieren, beweisen, daß ich es in jeder Situation kann, lasse es bleiben, weil das mit dem Abspritzen vielleicht doch nicht klappt, versinke in einer temporären Anomalie, renne nach draußen, nach Hause, zu Fuß, in die Nacht, durch leere Straßen, trete gegen Mülleimer-Türen-Schaufenster, tanzelachesingeflucheschreie: RRRRRAAAAAAHHHHH!!!!!

 

Ich weiß nicht, was für Geschichten all meine neuen Bekannten am nächsten Morgen beim Frühstück ihren Kindern, Eltern und Freunden erzählten. Vielleicht, daß ihnen ein total überdrehtes Rumpelstilzchen über den Weg gelaufen ist, ein hyperaktiver Hamster im Laufrad, bei dem es sich in Wahrheit um einen Schiffbrüchigen handelt, der den letzten Schuß nicht gehört hat und dringend zum Arzt gehen sollte.

 

Am folgenden Tag gegen zwölf, nach wirrsten Träumen, hektisch blinkenden Sternen, begleitet von tanzenden, schwitzenden rosa Brüsten mit Monster-Warzen, erwachte ich ausgebrannt wie ein Kleinstraumschiff nach einem Flug durch die halbe Galaxis. Mit einigen hunderttausend Lichtjahren auf dem Deckel statt Bier, Schnaps, Speed oder Kokain. Die Rechnung war fällig, ich mußte zahlen und wußte nicht womit. Nichts mehr da außer absoluter Leere.

Wie nach einem Schlaganfall saß ich stundenlang im Ohrensessel, tat nichts.

Nichts außer Dämmern, Starren, Glotzen. Gegen die Wand, aus dem Fenster, in den Fernseher.

Es gelang mir nicht mal, die vorbeifahrenden Autos zu zählen.

Ein geistiger Greis, hirnlos, zahnlos und ausgetrocknet.

Gelegentlich einen Knopf auf der Fernbedienung drücken.

Fünf Minuten zappen, irgendwo hängenbleiben.

Ausschalten, trinken, pissen, trinken.

Ein Buch aus dem Regal nehmen.

Zehn Minuten Buchstabenwald.

Zuklappen. Weglegen.

Einen runterholen?

Lieber Pizza.

Handy.

 

Warten.

 

Fressen.

 

Ein Witz allein die Vorstellung, mich an eine Tastatur zu setzen und ganze Sätze zu tippen oder auch nur mit der Hand meine Gedanken niederzuschreiben. Es existierten ja keine Gedanken, die ich in Worte hätte fassen können. Lediglich die Vorstellung, diesen Nebel als Zombie für alle Zeiten durchwandern zu müssen, jagte mir Schrecken ein.

Und über allem die Frage: Wo zum Teufel nimmst du jetzt die Energie her?

Warum hatte ich mich wieder einmal wie unter Zwang in ein überkandideltes HB-Männchen verwandelt? In eine menschliche Rakete, die zwar in die Luft ging, es aber dennoch nicht in die Erdumlaufbahn schaffte, sondern als ausgeglühtes Wrack auf die Oberfläche krachte? Immer und immer wieder, denn es war nicht das erste Mal, daß mir das passierte.

 

Nach drei Tagen konnte ich wieder einigermaßen gerade aus der Wäsche schauen und tat, was ich schon viel früher hätte tun sollen: Ich ging zum Arzt, zum Standard-Nullachtfuffzehn Hausarzt, und klagte ihm mein Leid. Der tat, was Ärzte so tun: Blut zapfen, Herztöne abhören, Belastungstest, Überweisung zum Neurologen.

Auch der wollte mein Blut, schickte mich zum MRT in die Röhre und baute sich beim nächsten Termin mit ernstem Gesicht vor mir auf.

»Keinen Alkohol mehr. Nie mehr! Haben Sie mich verstanden, Herr Altenburg?«

»Nein.«

»Wieviel trinken Sie so über den Tag?«

»Keinen Tropfen.«

»Wem wollen Sie das erzählen?«

»Na Ihnen!« So langsam wurde ich sauer. Wollte der mich verarschen?

»Wie ich erwartet habe. Ich muß Ihnen Rückenmarksflüssigkeit entnehmen.«

»Kommt nicht in die Tüte!«, unterbrach ich ihn und sprang auf. Ich wollte nicht, daß mir irgendwer eine Kanüle ins Rückgrat rammte, um Mark herauszusaugen. »Sagen Sie mir lieber, was los ist!«

»Ohne eine Untersuchung ihres Rückenmarks würde ich sagen: Irgendwas zwischen Wernicke-Enzephalopathie und Morbus Korsakow. Auch Alkoholdemenz genannt. Ihr Hippocampus ist eine Ruine. Sie müssen sofort mit dem Trinken aufhören!«

»ABER ICH SAUFE NICHT! ÜBERHAUPT NICHT! NUR TEE UND WASSER!«

Wieder so ein Moment: Gleich geb ich dem Arschloch eins in die Fresse, scheiß auf Klavierspielerhände! Aber ich riß mich zusammen.

»Ich sehe, Ihnen fehlt es bereits an der Fähigkeit, zwischen Realität und Phantasie zu unterscheiden«, fuhr der Doc fort. »Ist typisch für Wernicke-Korsakow. Machen sie nur so weiter, werden Sie ein lallendes Wrack. Wie Harald Juhnke. Wie der geendet hat, wissen Sie ja sicher, nicht wahr?«

Natürlich wußte ich das. Jeder über 40 wußte das. Nicht nur die BILD-Zeitung hatte einem vor Jahrzehnten keine Chance gelassen, Juhnke zu ignorieren. Als Schauspieler und Mr.-Cool-TV-Entertainer soff er sich jenseits der Bühne schlagzeilenträchtig um den Verstand. Bis sein Hirn Grütze war. Wie bei meinem Vater, dem all die Bierchen ebenfalls den Garaus gemacht hatten. Ich bekam es mit der Angst zu tun.

»Ok, ich gebe alles zu«, sagte ich. »Ich ziehe mir jeden Tag acht Halbe rein. Und am Wochenende Saufen bis zum Augenstillstand.«

Das war gelogen, aber man sollte Ärzten lieber nicht widersprechen, wenn man wissen will, was Sache ist.

Der Doc feierte den Erfolgs seiner Gesprächsstrategie, indem er mir einen Vortrag hielt.

»Rechnen sie damit, daß es schlimmer wird, Herr Altenburg. Heben sie lieber nichts mehr von ihrem Hirnkonto ab, wenn Sie mir diese kleine Metapher verzeihen wollen. Da ist nämlich kaum noch was drauf.«

Er unterbrach sie für ein paar Sekunden, wohl um die Wirkung seiner Worte zu überprüfen. Um sie zu verstärken. Sprach wie zu 'nem lobotomierten Oberdeppen.

»Im Klartext: Jedes Mal, wenn Sie über die Stränge schlagen, gehen unzählige graue Zellen über die Wupper. Der Point Of No Return ist bald erreicht, und dann kann Ihnen niemand mehr helfen.«

»Tot?«

»Nicht sofort. Erst mal lernen Sie im Heim ständig neue Leute kennen.«

»Scheiße. Was kann ich tun?«

»Schluß mit Streß und Suff, Sie brauchen absolute Ruhe. Meiden Sie extreme geistige und körperliche Belastungen, ebenso Geschlechtsverkehr. Hauen Sie nicht alles raus, was geht. Oder schlimmer - mehr als geht! Sie müssen sich Grenzen setzen. Sonst werden die Zombie-Phasen, wie Sie das nennen, immer länger und irgendwann Wochen dauern. Oder den Rest Ihres Lebens. Jedes Mal, wenn Sie ihrem Hirn einen K.O. verpassen, wird’s häßlicher. Vielleicht sollten Sie’s mal mit einer Therapie versuchen, damit sie nicht mehr so hart aufs Gaspedal treten. Am besten nie mehr, sonst kann ich für nichts garantieren.«

Er drehte sich um, griff in den Schrank und hielt mir eine blau-weiße Packung entgegen. »Thiamin. Hochdosierte B1-Vitamine.« Hackte ein paar Sekunden in seine Computertastatur, dann ratterte ein Nadeldrucker und spuckte das Rezept aus.

»Und holen Sie sich das hier aus der Apotheke. Läßt Sie die Dinge langsamer angehen und hilft gegen Depressionen. Zumindest so lange, bis Ihnen ein Therapeut helfen kann. Und nächstes Mal kümmern wir uns um Ihre Rückenmarksflüssigkeit. Dann sind sie sicher entspannter.«

Leck mich, mich siehst Du nicht wieder, dachte ich und steckte Medikament wie Rezept ein.

Ich bedankte mich und ging. Draußen auf der Straße landete die Schachtel im nächstbesten Müllheimer. Ich brauchte keine Vitamine aus der Fabrik, das ließ sich alles regeln, indem ich meine Ernährung auf Vordermann brachte. Mehr Müsli und Vollkornbrot, weniger Currywürste und Pizza.

Ich warf einen Blick auf das Rezept - der Doc hatte mir »Adumbran« verschrieben. Was immer sich dahinter verbergen mochte, interessierte mich nicht, ich zerriß es und warf die in Fetzen einen nach dem anderen auf den Gehweg. Ich wollte nicht als Pharma-Junkie enden und mich auch nicht einem Seelenklempner ausliefern. »Erzählen Sie mir von Ihrer Kindheit«, würde er sagen, und allein die Vorstellung weckte in mir das Verlangen, mehr zu vernichten als ein Rezept.

Ich blieb für einen Moment stehen. Neiiiiin … ganz ruhig bleiben! Denk an Harald Juhnke! Das würde fortan mein Alarmruf sein.

Es mußte andere Lösungen geben als Medikamente und Psychofritzen. Ich zog es vor, mit Bordmitteln vorzugehen. Streß meiden, Gelaber meiden, Leute meiden, alles was mich anregen, erregen und aufregen könnte, im Guten wie im Schlechten. Bälle flachhalten! Nie wieder den Hulk machen, nie wieder am nächsten Tag in zerfetzter Hose aufwachen!

 

Tags darauf traf ich meine Bandkollegen im Proberaum.

»Der Ofen ist aus!«, sagte ich. »Kein Bock mehr, auf der Bühne rumzuhampeln. Bin zu alt dafür. Bin raus.«

Über die wahren Hintergründe schwieg ich, aber unterm Strich stimmte es: Jeder Auftritt war brandgefährlich für mich, und wenn ich meinem Hirn nicht den Gnadenschuß verpassen wollte, durfte ich nie wieder öffentlich das Letzte aus mir herausprügeln.

Natürlich hatte der Nervenarzt keinen blassen Schimmer, was mit mir los war. Weil ich nicht soff, konnte mir auch keine Alkoholdemenz drohen. Aber irgendwas war in meiner Birne durcheinandergeraten, daran bestand kein Zweifel. Und es war gefährlich.

Oder war es die Chance meines Lebens, mich von dem irren Zirkus zu verabschieden, in dem ich schon seit Jahrzehnten meine Runden drehte? Mich nicht länger vor Leuten zum Affen zu machen, die mir am Arsch vorbeigingen? Mich nicht länger abzustrampeln und nur noch das zu tun, was mich interessierte?

Was aber interessierte mich außer Ich will nicht enden wie Harald Juhnke! Oder: Ich will nicht sterben! Was sonst gab es noch? Egal. Harry, mich kriegst Du nicht! Selbst wenn mich das mein bisheriges Leben kostete. Mußte eben ein neues Leben her. Aber woher nehmen?

 

Wie ein begossener Pudel trottete ich heimwärts und fragte mich, ob ich einen Fehler begangen hatte, als ich der Band den Laufpaß gab und mich für ein Leben im Schongang entschied.

Mein alter Freund Willi hätte mir sicher einen Vogel gezeigt. Nachdem ihn ein Herzinfarkt vom Stuhl gefegt hatte, war zwar Schluß mit Suff, Speed und totalem Bühnen-Punkrock gewesen. Aber nach einem Jahr Pause setzte er die Achterbahn genau dort fort, wo der Blitzeinschlag ihr ein vorläufiges Ende bereitet hatte. »Alles geben, alles nehmen, Mann!«, hatte er mir erklärt. »Ich will lebendig sterben, nicht als Mumie im Schaukelstuhl«. Und erstaunlicherweise turnte er zehn Jahre nach dem Infarkt immer noch quicklebendig durch die Gegend. Ewig konnte er die Nummer jedoch nicht durchziehen. Aber wer konnte das schon? Ich anscheinend nicht, wenn ich dem Doc Glauben schenkte.

Was also sollte ich tun? Wie Willi oder Kurt Cobain Fahren mit Höchstgeschwindigkeit zum finalen Lebensmotto erklären – von wegen it’s better to burn out than to fade away – oder meine restlichen Jahre auf Mallorca im Strandkorb verbringen? Und dreimal täglich vor Wut ins Frühstücksbrettchen beißen. Wobei ich mir so ein Exil überhaupt nicht leisten konnte, mir blieb nur die Wahl zwischen Amazon Prime und Netflix.

Oder der Blick aus dem Fenster. Keine 100 Meter entfernt würden demnächst die Arbeiten an einem brandneuen ICE-Bahnhof beginnen. Eine gigantische Baustelle würde entstehen und jahrelang die Landschaft verschönern.

»So sieht also der Weltuntergang aus«, sagte ich. Setze mich in den Sessel und bemühte mich, nichts zu tun und an nichts zu denken. Nur an Harald Juhnke.

 

Dann hatte der chinesische Virus, der nun je nach Laune Corona oder Covid-19 oder SARS-Cov-2 hieß, endlich auch in Deutschland seinen fulminanten Auftritt. Der Mob stürmte die Supermärkte, und ich mittendrin. Um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Leute für Klopapier, Mehl und Nudeln ihre guten Sitten vergaßen. Ich wollte mich an der Verzweiflung und Panik der Bürger ergötzen, die nicht verstehen konnten, weshalb der Staat leere Regale zuließ. Sie wollten Heile, heile Gänschen, es ist bald wieder gut und glaubten doch selbst nicht daran. Also rafften sie zusammen, was in den Einkaufswagen paßte. Oder in zwei.

Mir reichte eine Packung Gummibärchen, die ich an der Kasse triumphierend aufs Laufband legte. Ich ließ ausreichend Platz zu dem Berg aus Nudeln, Mehl, Klopapier, Milch und diversen Fertigmahlzeiten in Dosen, der sich vor mir auf dem Band auftürmte. Einen Trenner legte ich nicht vor meinen Mini-Einkauf, das tat ich nie. Stattdessen ließ ich genügend Platz, das mußte reichen. Mein kleines bißchen Anarchie.

Ein Spielchen, das ich bei jedem Einkauf spielte: Wann würden die Kunden vor und hinter mir die Nerven verlieren und empört den Trennstab in die Lücke pfeffern? Und auf diese Weise Recht und Ordnung wiederherstellen.

Der Kunde vor mir wurde wie geplant auf mich aufmerksam. Ein dürrer Typ mit Rammstein-Shirt; ahnte er schon, daß er seine Lieblingsband lange Zeit nicht live sehen würde? Die Ultracool-Frise (oben lang, Rest kurz, schön gelockt) konnte nicht verhindern, daß er uncool abwechselnd auf die einsame Gummibärchentüte und das Arschloch blickte, das die simpelsten Regeln nicht befolgte.

»Mein Hamsterkauf«, sagte ich und nickte in Richtung der Haribos. »Habe mich schon in den vergangenen Wochen mit allem eingedeckt.«

Ich wußte, was ich tat. Ich liebte das Zündeln, seine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

»Typen wie du sind schuld daran, daß es nichts mehr zu kaufen gibt«, sagte er.

Ich grinste und gab ihm auf diese Weise zu verstehen, daß von uns beiden ich der Gewinner war. Malte mir aus, wie es in ihm rumorte. Wie er einen Trennstab greift, um damit auf mich einzuschlagen, wie er schreit: »Dir werde ich beibringen, dich an die Regeln zu halten«.

Weil ich auf alles vorbereitet bin, ist es ein Klacks, ihm seinen Behelfsknüppel ruckzuck aus der Hand zu rupfen. Freue mich über die Steilvorlage, meine zartgebauten Hände mit dem passenden Werkzeug auszurüsten. Und gebe dem Armleuchter die eigene Medizin zu schmecken, prügle ihm mit dem dankenswert dreieckigen Warentrenner die Birne blutig, und zwar so lange, bis er zusammenklappt. Ramme Mr. Rammstein das Ding zwischen die Zähne, tief in den Hals hinein. Er röchelt, weiß, daß sein letztes Stündlein geschlagen hat.

Die Kunden schreien und kreischen, sind aber wie gelähmt und tun - nichts! Nur einige wenige lassen ihre Wagen stehen und türmen Hals oder Kopf vor dem Superschurken.

»Wer will noch mal, wer hat noch nicht?«, brülle ich und lasse herausfordernd meine Blicke kreisen.

Ok, das reichte mir. Zurück ins Jetzt, wo der dürre Ordnungsfanatiker tatsächlich nach einem Trenner griff. Und ihn zwischen meine Gummibärchen und sein Klopapier legte.

Was für ein Feigling. Dem ich hätte danken müssen für seine edle Tat, denn er hatte ein paar Tausend meiner Gehirnzellen vor dem jähen Absturz gerettet, und in den Knast mußte ich nun auch nicht.

Was ist los mit mir?, fragte ich mich. Warum war ich versessen darauf, wie eine Supernova auszubrennen? Und wann beförderte mich mein finaler Anfall ins Hospiz?

 

Es klingt bizarr, ist aber wahr: Die Staatsmacht (manche beschimpften sie als Corona-Diktatur) verhinderte in den folgenden Monaten, daß es so weit kam. Sie rettete mir das Leben, verschafft mir Aufschub.

Denn alle Entscheidungen rund um die Pandemie wurden der Bevölkerung von der Regierung abgenommen, wozu sonst hat man eine? Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebote und Maskenpflicht sorgten dafür, daß ich erstmals im Leben die Norm lebte, ich vegetierte wie Millionen andere dahin. Corona – die Regierung – hatte uns alle in den gleichen Knast gesperrt. Ich verbrachte die Tage und Nächte zuhause, mein Neurologe wäre stolz auf mich gewesen. Und ich hatte jede Menge Zeit zum Nachdenken.

Mit ein bißchen Glück lagen noch mindestens 20 Jahre vor mir. Ich würde die Irren da draußen beobachten, wie sie schwitzten und schufteten und sich abrackerten für ein bißchen Erfolg. Für Liebe. Den nächsten Fick. Das nächste Smartphone, den nächsten Urlaub oder drei Tage Komasaufen in Wacken. Die immer Gründe fanden, im Internet übereinander herzufallen, auch wenn eines Tages Wacken und Urlaub und Fußball-Bundesliga nicht mehr verboten waren. Die ihre Nachbarn mißtrauisch beäugten. Ein unterhaltsamer B-Film.

Ich mußte nicht länger darin mitspielen.

Ich ging zweimal die Woche zu KAUFLAND.

Ich zeichnete den Hulk und Conan, den Barbaren.

Ich sang gelegentlich ein Lied.

Ich lernte zu schätzen, daß niemand nach mir fragte.

Ich saß täglich am Fenster.

Mal an diesem, mal an jenem.

Ich hatte derer drei.

Und als Kontrastprogramm den Blick vom Balkon.

Hoffentlich beginnen bald die Bauarbeiten.

Auf dem Nachbarbalkon

sah ich

ein

Eichhörnchen.

 

»Glotz mich nicht so blöde an!«, sagte das Eichhörnchen und hüpfte mit einigen flinken Sprüngen auf mein Balkongeländer herüber. »Meinst du, ich laufe gerne durch die Pampa und über die Balkone, um was zu futtern zu finden? Hunger ist Scheiße! Ach ja - gestatten, mein Name ist Harry!«

Ich war perplex. Machte mein Hirn genau jetzt die Grätsche? Wie war das möglich? Ich hatte mich doch geradezu vorbildlich verhalten und alle Regeln befolgt! Oder war das virtuelle Eruptiönchen im Supermarkt der Tropfen gewesen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hatte? War der Trenner zwar nicht in der Fresse des Idioten gelandet, dafür in meinem Hirn? Das nun Matsch war, jenseits von Gut und Böse? War Harry hier, um die Reste einzusammeln? Was konnte ich …

»Alles Mumpitz, was du dir da zusammendenkst!«, unterbrach das Eichhörnchen meinen Gedankenschwall. »Ich bin dein Freund!«

Das irritierte mich.

»Du willst mich nicht holen?«

»Den Job mußt du schon selbst besorgen. Ich spreche aus Erfahrung – Prost!«

Harry bewegte die Pfote, als würde er ein unsichtbares Glas schwenken. Sah bei einem Eichhörnchen total bescheuert aus. Ich lachte, Harry auch.

»Tja, einmal Entertainer immer Entertainer«, sagte er.

»Ich weiß nicht … als Eichhörnchen kommst du nicht mehr an Sinatra ran, sorry.«

»Jetzt verscherz' es dir nicht mit mir. Du brauchst Hilfe!«

»Mir kann keiner mehr helfen, die Karre ist vor die Wand gefahren. Mein Leben ist vorbei, ganz egal, was ich unternehme.«

»Du mußt an die Wurzel allen Übels ran. Dann hast du 'ne Chance.«

»Sagt der Richtige!«

»Genau. Ich hab's nie geschafft, die Nuß zu knacken, aber versuch das mal mit Brennstoff an jeder Straßenecke!«

Ich schwieg. Mein Hirn spielte mir eindeutig einen Streich. Spulte Weisheiten eines gescheiterten Eichhörnchens ab, die mich keinen Millimeter voranbrachten.

Immerhin hielt Harry ebenfalls die Klappe. Nachdem wir uns eine Weile wortlos angestarrt hatten, so flink wieder davon, wie es aufgetaucht war. Hangelte sich an einem Rohr die Hauswand hinab und verschwand zwischen den Gebüschen.

 

Ich brauchte Hilfe, insoweit stimmte ich Harry zu. Mir selbst, wenn ich es recht bedachte. Der Ausgeburt meiner verwirrten Psyche.

Also doch zum Therapeuten?

 

FORTSETZUNG: Der Superspinner aus der Steckdose

ANMERKUNG DES AUTORS: »In dieser Reihe verwurste ich Biographisches von Peter Altenburg mit einer aktuellen Geschichte, ähnlich wie in SCHLUND. Kann also sein, daß die Leser hier Bekanntes in anderer Form wiederfinden. Insgesamt konzentriere ich mich auf die 60er und 70er Jahre. Habe ansonsten kein genaues Konzept und schreibe einfach drauflos, immer wenn ich gerade Bock drauf habe. Keine Ahnung, wo ich am Ende landen werde ... wenn ich denn lande!

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