Nr. 54

Visionen mit Soße

Bitteschön, na gut, dann eben die ganze Horrorstory noch mal von vorne! Kenne ich aus dem Fernsehen - Sie wollen, daß ich mich in Widersprüche verwickle, genau das wollen Sie! Ich seh’s in Ihren Augen, sie denken, Mann, was redet der Kerl für einen Scheiß, der verarscht uns, oder, der hat sie nicht mehr alle, genau das denken Sie! Oder daß ich Ihnen hier billige Ausreden auftische, komplett aus den Fingern gesogen, richtig?

Ich verstehe Sie, total, ich würd’s auch nicht glauben, wenn ich’s nicht genau so erlebt hätte. Ich weiß, Sie machen hier nur Ihren Job, und jetzt müssen Sie mich ausquetschen, verhören, überführen, oder wie man das auch immer bei Ihnen nennt. Klar, Ihnen laufen die widerlichsten Typen über den Weg, also Triebtäter, Kinderficker, Vergewaltiger und so weiter. Sie würden am liebsten kotzen, wenn die erzählen, daß die kleine Blonde doch so herzallerliebst gelächelt hat, und wie sie an ihren Rock rumgefingert hat. Das kleine frühreife Biest, sie wollte das doch, also von einem richtigen Kerl durchgefickt werden, wieso beklagt die sich? Genau solche Geschichten werden Ihnen hier in diesem Raum serviert, und Sie müssen sich das anhören. Ich möchte nicht an Ihrer Stelle sein, wie können Sie da noch schlafen?

Aber so einer bin ich nicht, das ganze ist wirklich genau so passiert! Kann ich bitte ein Glas Wasser haben? Ich bin immer noch total fertig und fühle mich, als hätte man mich dreimal durch den Fleischwolf gedreht. So einen Tag wie heute will ich nie wieder erleben, sonst gebe ich mir die Kugel, das ist kein Witz!

Danke, gut, nein, ich hab' keine Selbstmordgedanken, bin nicht depressiv oder so, aber es könnte sein, daß es in der Klapsmühle sicherer ist als irgendwo sonst.

Entschuldigen Sie bitte, daß ich hier ein bißchen aushole, das gehört alles dazu, damit Sie verstehen, was in der Stadt abgeht, und nein, ich kann nicht ausschließen, daß es längst im ganzen Land passiert. Vielleicht sind Sie die nächsten, die es erwischt, wie soll ich das wissen? Aber ich packe alles auf den Tisch, was ich weiß. Und ganz egal, was Sie über meine Geschichte denken, es ist die Wahrheit!

 

Es fing ganz harmlos an. Ich kam von der Arbeit und saß in der S-Bahn, auf dem Weg nach Hause. Mit meinen Gedanken war ich noch im Job. Wissen sie, ich bin jetzt seit knapp 21 Jahren im Lebensmittelgroßhandel tätig, über mir nur noch der Marktleiter, da läßt einen die Verantwortung nie los.

Ich überlegte also, ob ich den Stötzner demnächst in die Nachtschicht versetzen sollte, quasi als Denkzettel, weil der Kerl ständig krank ist, und dann hat er auch noch vor versammelter Mannschaft »Fick die Firma!« gebrüllt, das geht so nicht.

Tja. Und da sah ich den Jungen. Er saß in genau so einem Vierersegment wie ich, Sie wissen schon, mit je zwei Sitzen gegenüber, nur auf der anderen Seite der Bahn, ich links, er rechts, also, in Fahrrichtung. Das nur zur Orientierung.

Er schien mir um die dreizehn oder vierzehn Jahre alt zu sein, aber ein typischer Teenager war das nicht, das können Sie mir glauben. Er saß nämlich auf gleich zwei Sitzen, und die brauchte er auch. Brachte bestimmt an die 120 Kilo auf die Waage, ein echter Fleischklops, mit Mondgesicht und Stupsnase und Dreifachkinn.

Es war unglaublich heiß in der Bahn, kein Wunder nach so einem Tag, wir hatten ja über 30 Grad. Es war gegen halb sieben, die Sonne stand tief und schien durch eine Fensterseite, die Bahn war eine fahrende Sauna für zwovierzig die Fahrt. Mit Monatskarte natürlich weniger.

Dem Jungen stand der Schweiß nicht nur auf der Stirn, jedes freie Fleckchen Haut glänzte wie eine polierte Billardkugel. Ich mußte an meine Fleischabteilung denken, an die Massen Rind, Schwein und Geflügel, die wir täglich bewegen, an Speck, Schnitzel und Wurst, an Metzger und Schlachter. Die sehen auch immer so aus – massige Typen eben, mit Schweinskopf und rosa Speckschwarte.

Während dieser Abziehbild-Schlachter im Teenieformat auf dem Bahnsitz herumlungerte, aß er einen Döner. Futtern war bestimmt seine Hauptbeschäftigung, überlegte ich, natürlich, sein liebstes Hobby. Nein, was sag' ich, er aß den Döner nicht, er fraß ihn, vernichtete ihn, riß und zerrte Stücke heraus, die dicken Lippen lustvoll geweitet, das Gesicht zur gierigen Grimasse verzerrt. Er erinnerte mich an ein Raubtier oder eher an ein Monster aus einem billigen Metzelfilm. Tsaziki und rote Soße kleckerten auf seine Jeans, irgendwann auch auf Sitz und Boden, wie ein Mix aus Eiter und Blut. Eine echte Schweinerei.

Es hört sich vielleicht bizarr an, aber der Junge war die Attraktion der Bahn. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet, nicht nur meine. Die einen beobachteten ihn verstohlen aus den Augenwinkeln, andere mit unverhohlener Neugier. So was kriegt man ja nicht jeden Tag zu sehen. Der Junge sah einmalig aus, widerwärtig, grotesk, und jeder, der mit Kindern gesegnet oder gestraft ist, dankt in solchen Momenten still dem lieben Gott, daß dieser Kelch an ihm vorübergegangen ist.

Und weil wir alle ein gutes Publikum waren, genossen wir den Moment, niemand sprach ihn an. Nicht auf die Soßenflecken auf seiner Hose, nicht auf die Soße auf dem Sitz, nicht auf die Soße auf dem Boden. Sollte sich sonstwer aufregen, die Leute grinsten lieber in sich hinein oder zeigten das desinteressierteste Gesicht, das sie im Repertoir hatten.

Was sonst noch in all den Leuten vorging, weiß ich natürlich nicht, aber der Junge … es ist mir peinlich, verstehen sie … er brachte meine Phantasie auf Trab, auf irgendeine perverse Art startete er einen Film in meinem Kopf, ich konnte ihn nicht stoppen. Ich sah, wie er seinen gewaltigen Penis mit der massigen Rechten umfaßte und onanierte. Die Vorhaut glitt vor und zurück, die Eichel des Riesendings leuchtete feucht und rot, ein Blick auf die skurrile Lebensform eines fremden Planeten. Die überfallartig ihren Alien-Schleim in die hohle Hand des Jungen spritzte. Der reagierte auf diese Attacke mit einem Lustschrei, gefolgt von langgedehntem Stöhnen. Anschließend verteilte die perverse Sau den Saft gleichmäßig über den Döner. Oh Gott, und dann fraß er ihn, ich hätte fast gekotzt!

Wo kommen diese abstoßenden Bilder her?, fragte ich mich erschüttert. Ich bin doch nicht so einer, das war nicht ich!

Ich war bei klarem Verstand, ich wußte, daß sich diese Szenen nur in meinem Kopf abspielten, obwohl ich glaubte, sie sehen zu können, in der S-Bahn und mit meinen Augen. Ich schüttelte mich, dann wechselte das Bild, und ich blickte in die Visage des Jungen. Er grinste, als könnte er meine Gedanken lesen, dann wischte er sich die freie Hand an der Hose ab und biß erneut herzhaft zu. Ich starrte gebannt in den auf- und zuklappenden Mund, in dem Fleisch, Salat und Soßenmix ein ekelerregendes Konglomerat bildeten.

An der Station Finkenstadt stieg ein Mädchen in die Bahn. Sie trug eine dicke Brille, die sprichwörtlichen Glasbausteine. Zuerst hielt ich sie für eine Asiatin, die Gesichtszüge kamem mir irgendwie chinesisch oder japanisch oder so vor, sie wissen, was ich meine, nicht wahr?

Es dauerte nicht lange, bis ich merkte, daß ich falsch lag. Sie war eine Trisomie-Behinderte, ein Mongo, wie man früher sagte. Ich bleibe jetzt auch mal dabei, »Trisomie-Behinderte« klingt ja irgendwie bescheuert, wie aus einem Lehrbuch für Political Correctness oder so.

Also, die Mongo war bestimmt auch schon an die vierzehn oder fünfzehn, das konnte man an den Brüsten sehen, ziemlich dicke Dinger, also, nicht daß mich das jetzt angemacht hätte, ich steh' nicht auf Behinderte.

Sie ging jedenfalls schnurstracks auf den Klops zu, als sie ihn erspähte.

»Hey Stinker!«, rief sie fröhlich, mit so einer debilen Stimme, das kennt man ja von denen, marschierte dann heran und setzte sich auf den Sitz neben ihn. Na ja, für einen ganzen Sitz reichte es nicht, klar, aber sie nahm, was übrig war. Daß sie sich in seinen Soßendreck pflanzte, schien ihr nichts auszumachen. Vielleicht ist das ja bei den Mongos so, ich weiß es nicht.

Sie küßte ihn. Leckte ihm mit langer Zunge die Soßenreste vom Mund. Dabei griff sie mit beiden Händen in seine Hüfte und massierte das ganze Geschwabbel, das er da hatte. Das sah nicht sehr appetitlich und irgendwie pervers aus, wie sie sich vorstellen können. Bah!

Ich fragte mich, was sie als Mongo von so einem Monster wollte. Hatte sie keine Angst vor ihm? War sie seine Freundin? Ob sie schon miteinander schliefen? Fickten sie? Rammte er ihr Tag für Tag seinen Hammer rein? Ich sah förmlich vor mir, wie er zunächst mit seiner Nase in ihrer Mongo-Muschi wühlte, bis sie jauchzte. Dann wechselten sie die Stellung, sicher kein leichtes Unterfangen angesichts der Fleischmassen, die es zu bewegen galt. Nun saß sie rittlings auf ihm und ließ es krachen, rauf und runter, einen ganzen Parcours durchs Gelände, mit so einem debilen Gesicht, aber das macht bei Mongos nicht wirklich einen Unterschied.

Ganz zum Schluß lösten sie sich endlich voneinander. Sie bückte sich, verharrte vor seinem monströsen Gerät und schloß die Augen. Er rieb noch ein paar Sekunden an seinem Schwengel herum, bis die volle Ladung wie aus einem Feuerwehrschlauch herausspritzte, ihr mitten ins Gesicht. Er schrie, sie stammelte Unverständliches und verteilte die Mayo mit beiden Händen über Wangen, Mund und Augen. Als ob das nicht reichte, fielen sie erneut übereinander her, nun mit umgekehrten Rollen. Sie nun passiv, mit gespreizten Beinen auf dem Sitz, während der Klops sie knallte. Dabei schleckte er ihr die Soße vom Gesicht.

Gott, es war mehr als übel, was sich in meinem Kopf tat! Ich hatte einen Ständer von hier bis Wladiwostik und war fassungslos ob meiner Erregung. Was geschah da mit mir? Warum machte mich diese widerwärtige Vorstellung derart an? War ich vielleicht doch ein Perverser, ein Pädophiler? Nein, bitte nicht! Meine Phantasien drehen sich normalerweise nicht um Jugendliche oder gar Kinder, sondern um die nächste Folge der Simpsons und um das, was abends Leckeres auf dem Tisch kommt.

In Bernerode flüchte ich geradezu aus der Bahn. Ich rannte, obwohl jeder Schritt schmerzte. In meiner Hose lief ein Ungeheuer Amok und wollte die ganze Welt mit seinem Alien-Schleim bespritzen, infizieren, übernehmen.

Als ich zuhause die Wohnungstür hinter mir schloß, atmete ich auf. Ich wähnte mich in Sicherheit und umarmte Lorena und die Kinder, ich konnte die Tränen nur mühsam zurückhalten, ich gab alles, um meinen Zustand vor ihnen verborgen zu halten.

Da ich spät dran war, wartete alles nur auf mich, der Tisch war gedeckt, es gab Tortellini mit Käse-Sahne-Soße. Ich setzte mich ungelenk auf meinen Stuhl und versuchte den Druck in meiner Hose zu ignorieren. Ich mußte eben an etwas gänzlich anderes denken, dann würde alles gut. Zum Beispiel an Tortellini mit Käse-Sahne-Soße!

Während ich mich vollstopfte, beobachtete ich meine Familie. Sah ihre auf- und zuklappenden Münder, sah den gelben Schleim darin verschwinden.

Ich schloß die Augen, aber das half nicht. Wie unter Zwang öffnete ich die Hose, zog meinen hammerharten Schwanz heraus und legte los. MUSS-TE-WICH-SEN! Was blieb mir übrig? Der Schmerz war unerträglich, eine Stimme in mir versprach Erleichterung. Erlösung!

Im Nachhinein verstehe ich nicht, daß Lorena in diesem Moment kein Wort gesagt hat. Sie saß nur da, mit großen Augen, genauso wie die Kinder. Die Kinder, o Gott! Ich schäme mich so sehr, sie mußten alles mitansehen, meinen steifen Penis, und alles, was dann noch geschah!

Aber es dauerte wenigstens nicht lange. Bereits nach 30 Sekunden kam es mir, es spritzte mit aller Gewalt aus mir heraus, nun war ich es, der den Feuerwehrschlauch hielt.

Was anschließend passiert ist … ich kann ich mich an wenig erinnern, ist fast alles weg, Filmriß. Ich weiß noch, daß Lorena schließlich doch schrie, endlich, als ich das Zeugs mit beiden Händen ihn ihrem Gesicht verteilte und sie anschließend küsste. Daß da plötzlich eine Gabel in meinem Hals steckte, dann ein Messer in ihrem, und plötzlich gingen alle Lichter aus. Ende im Gelände. Bis ich schließlich im Krankenhaus wieder aufgewacht bin.

Können Sie mir sagen, was passiert ist? Wie geht es meiner Frau und den Kindern? Kann ich sie sehen? Sagen Sie ihnen bitte, daß es mir leid tut … das war nicht ich, sondern etwas … Fremdes. Ich würde sie niemals so in Angst und Schrecken versetzen oder ihnen wehtun. Ich bin doch ihr Mann, ihr Papa!

Ich weiß nicht, was mich um den Verstand gebracht hat. Der Junge, natürlich! Das Mädchen? Die auch, auf jeden Fall, die stecken doch unter einer Decke! Mit irgendeinen Trick schaffen sie es, ganz normale Leute wie mich mit ihren perversen Gedanken zu infizieren, zu vergiften und in den Wahnsinn zu treiben! Vielleicht sind sie in Wahrheit Aliens!

Sie müssen die beiden suchen, festnehmen und ausschalten, wegsperren … diese Gefahr für ALLE! Bitte sorgen Sie dafür, daß so was nie, nie wieder vorkommt! Schützen Sie die Menschen da draußen vor den Fremden, den Perversen oder wer oder was auch immer dahintersteckt!

Wann kann ich zurück an die Arbeit? Ohne mich geht da nichts, und außerdem muß ich Stötzner noch 'nen Einlauf machen! In sein verdammtes Arschloch, ich mach die Sau echt naß! Dieser Simulant, den laß ich Scheiße schippen. Oder er fliegt!

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Um spionierende ROBOTER draußenzuhalten, beantworte folgende FRAGE:
Übergib von Deinen drei Kindern zwei der Organmafia. Wie viele Kinder bleiben Dir? (Ergebnis: Zahl)
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